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Familienwochenende 2015

Das DGhK-Familienwochenende vom 14.-17.05.2015

Das Familienwochenende wurde in Kooperation mit der Wilhelm und Maria Kirmser-Stiftung, Bad Homburg durchgeführt und fand zum 3. Mal im Kreisjugendheim in Ernsthofen statt.

Das Wetter war allen 70 Teilnehmern hold und wir konnten entspannte Abende am Lagerfeuer genießen. Ungefähr die Hälfte der Teilnehmer kam zum 1. Mal, die andere Hälfte waren „Wiederholungstäter“, was uns DGhK Organisatoren natürlich sehr freute.

Das Familienwochenende hat nicht nur das Erleben von Homogenität zum Ziel, sondern auch Spaß und Spiel für die Kinder und Erholung für die Eltern. Andrea Wissler-Greif bot einen offenen Gesprächskreis an, in dem die Eltern sich über Themen, die ihnen am Herzen lagen, austauschen konnten. Edmond Richter war zum Thema Wut eingeladen worden und gab den Eltern innerhalb seines Bataka Seminars die Gelegenheit, einen guten Umgang mit ihrer Wut zu finden.

Birgit Laas bot für die Eltern einen Kurs zum Thema Entspannungstechniken an.

Für die Bewegung sorgte Petra Knaup mit ihrem Nordic Walking Angebot.

Die Kinder konnten unter mehreren Angeboten wählen:

Teambuilding und Geocoaching
Sushi Kurs
Smoothie Kurs
Backen mit Hefe
Mobiler Seilgarten
Rollenspiel "Das schwarze Auge" und noch einiges mehr.

 

Für die Betreuung der Kinder waren dieses Jahr Martina Schmidt, Victoria Quellmalz, Moritz Weiss und Alicia Zahradnik zuständig. Ein „Dream Team“, wie sich im Laufe des Familienwochenendes herausstellte, denn die 4 waren so engagiert, dass sowohl die Eltern, als auch die Organisatoren die Tage genießen konnten. Hier noch einmal einen herzlichen Dank an Euch vier! Ihr wart einfach klasse! Wir hoffen alle sehr, dass Ihr in 2016 wieder mit dabei seid.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Jahr

Eure
Birgit Laas


Michael:

Als diesmal unterstützender Ko-Organisator möchte ich hier noch die obligatorische Statistik angeben und ein kurzes Resümee ziehen:

Das diesjährige Familienwochenende war mit 18 teilnehmenden Familien, insgesamt 70 Personen, davon 36 Kinder, 14 Mädchen und 22 Jungs im Alter von 3 bis 14 Jahren komplett ausgebucht.

Wieder einmal hat diese Veranstaltung gezeigt, wie wichtig es ist, dass hochbegabte Kinder, die mit ihrem intellektuellen Potential eher vereinzelt sind, Gelegenheiten bekommen, eine Gemeinschaft von Gleichartigen zu erleben. Ein Erlebnis, das ihnen aufgrund der statistischen Gesetzmäßigkeiten - im Unterschied zu anderen Kindern - meist nicht zuteil wird.

Man kann dabei in der Regel deutliche positive Veränderungen im Verhalten feststellen.

Dies könnte man salopp als das "Phänomen der verschwundenen Kinder" bezeichnen, denn einige Eltern berichteten, dass sie es noch nie erlebt hätten, dass ihre Kinder so lange "verschwunden" bzw. beschäftigt waren, ohne dass sie ihre Eltern gebraucht hätten.

Daher hoffe ich, dass die Tradition der Familienwochenenden, die wir vor 15 Jahren von Gerlinde Hoffmann, der damaligen Vorsitzenden, unserem heutigen Ehrenmitglied, übernommen haben, auch künftig aufrecht erhalten werden kann. Die Zeichen hierfür stehen gut, denn es haben sich einige Teilnehmer gemeldet, die bereit sind, das nächste Familienwochenende zusammen mit Birgit Laas vorzubereiten und zu organisieren.

Michael Schmidt

Martina:

Auch dieses Jahr durfte ich als Betreuerin wieder mit zum Familienwochenende der DGhK in das Kreisjugendheim nach Ernsthofen fahren.

Nach der Betreuung im letzten Jahr habe ich mich auf bekannte Gesichter gefreut und war gespannt auf die neuen Familien und Kinder, die ich an dem verlängerten Wochenende kennenlernen durfte.

Am Donnerstagabend ging es mit einer großen Kennenlernrunde mit den Kindern und Betreuern los und das Programm für die nächsten Tage wurde festgelegt.

Neben dem mobilen Seilgarten, dem hoch erwünschten Rollenspiel „Das schwarze Auge“ und einem Teambildung/Geocaching Angebot stand das diesjährige Programm ganz im Zeichen von Ernährung. Dank Sushi Kurs, Smoothies machen und Backen mit Hefe, gab es rund und die Uhr was zum Essen .

Auch mit dem Wetter hatten wir Glück und es war sehr schön zu sehen, wie sich die Eltern mit ihren Kindern in der Mittagspause auf die Wiese gelegt oder die Kinder das weitläufige Gelände der Jugendherberge zum Spielen genutzt haben.

   

Die Tage vergingen wie im Flug und klangen am abendlichen Lagerfeuer aus. Die Kinder haben fleißig Holz und Stöcke im Wald gesammelt und geschnitzt, um abends gemeinsam Marshmallows zu grillen.

Rundum stimmte einfach alles und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Familienwochenende.

Martina Schmidt
 

Victoria:

Ein wenig überrascht war ich schon, als ich gefragt wurde, ob ich am Familienwochenende als Betreuerin teilnehmen wolle - scheinbar hatte eines meiner Hobbys, ein Rollenspiel mit dem Namen "Das Schwarze Auge", so viel Begeisterung geweckt, dass es als Aktivität für etwas ältere Kinder mit ins Programm genommen werden sollte.

In dem Glauben, dass ich ja nur fürs Schwarze Auge- spielen mitkommen würde, stimmte ich freudig zu. Das Vorbereitungswochenende, bei dem ich die anderen Leiter kennen lernte, belehrte mich schließlich eines Besseren: Nicht nur spielen sollte ich, sondern bei der gesamten Planung war ich schließlich beteiligt und dabei.

Nach einiger Vorbereitung war es dann schließlich so weit: Ich hatte ein Abenteuer samt einiger Helden im Gepäck und fühlte mich gut gerüstet.

Und ich wusste noch nicht, dass ich mich in dem Punkt irren sollte.

Das erste, was mich überraschte: Es wollten doch mehr Kinder in die Rolle eines Helden schlüpfen und Aventurien erkunden, als ich dachte. Das Zweite, mit dem ich immerhin zur Hälfte gerechnet hatte: Natürlich wollte jeder seinen eigenen Charakter bauen und nicht das, was ich schon vorbereitet hatte.

Gut. Ein paar Änderungen im Zeitplan (was die ersatzlose Streichung der Aktivitäten, die ich sonst noch mit betreut hätte, beinhaltete), eine Spätschicht und einen rauchenden Drucker später hatte dann jeder seinen eigenen Helden und auch sonst alles, was man zum spielen so braucht.

Die erste Gruppe Kinder stellten ihre Kreativität unter Beweis, in dem sie einem Geist Erlösung versprach, ein Räuberversteck plünderte, mit einem Pferd ihre liebe Not hatte, sich mit einem Kobold anlegten und zu letzt die nicht erfreute, geplünderte Räuberbande besiegte.

Ein großer Erfolg. Mein Plan, genau dieses Abenteuer noch einmal mit Gruppe Zwei zu spielen, scheiterte an der Zusammensetzung der Teilnehmer, und so mussten diese auf Spurensuche nach verschwundenen Kindern gehen, die sie schließlich, bewacht von einem Raubritter und einem Schattendämon, auch fanden und befreiten.

Auch abseits vom DSA- spielen war das Familienwochenende ein Erlebnis: Großartige Kinder, mit denen man viel Spaß haben konnte, Spiele und Aktivitäten, die ich so bald nicht vergessen werde und nicht zu letzt das herrliche Wetter machten das Familienwochenende in meinen Augen zu einem vollen Erfolg.

Die Tage haben mir wirklich Freude bereitet und ich gehe davon aus, dass dieses Zusammentreffen nicht das letzte war .

Bis dann, mögen die Zwölfe mit euch sein!

Victoria Quellmalz

PS: Schaut Euch mal die Facebook-Seite der DGhK an (www.facebook.com/dghkhessen). Dort gibt es Infos zur Planung eines DSA-Wochenendes !!!


Moritz:

Über die Anfrage, dem Familienwochenende 2015 der dGhK als Betreuer beizuwohnen, habe ich mich zunächst sehr gefreut. Dennoch hatte ich den ein oder anderen Zweifel darüber, was mich dort erwarten würde. Doch kaum waren alle Teilnehmer/innen und Betreuer angekommen und wir hatten unsere ersten Kennenlernspiele absolviert, kam auch ich geistig an.

Als einziger männlicher Betreuer ereilte mich das Privileg, sämtliche sportliche Aktivitäten mit den Kindern zu unternehmen. Dabei hatten wir viel Spass und mir stand die ein oder andere Schweißperle auf der Stirn .

  

Doch trotz der Raufereien, des Fußballspielens oder einfach-nur-auf-Wiese-Liegens ist auch das Programm nicht zu kurz gekommen. Ich hatte die Ehre die Kinder beim mobilen Seilgarten und dem Geocaching zu begleiten. Der Seilgarten wurde von den Kindern mit aufgebaut. Sie mussten gemeinsam zusammenarbeiten um nicht vom Seil zu fallen. Das war zunächst gar nicht so einfach, aber mit der Zeit waren deutliche Fortschritte zu sehen.
Beim Geocaching haben wir uns dann in kleinen, betreuten Gruppen auf eine elektronische Schatzsuche begeben. Wir durften den Wald erkunden, Hinweise suchen und Rätsel lösen. Manche Teilnehmer (und Betreuer  ) haben es sich dann auch noch zur Aufgabe gemacht, die Hinweise vor anderen Gruppen zu verstecken…

Gemeinsam durften wir viel lachen, knobeln, in der Küche experimentieren, reden, spielen und in einer Fantasiewelt leben.

An dieser Stelle möchte ich allen teilnehmenden Kindern für dieses spaßige und doch so bereichernde Wochenende danken. Ich durfte jede Menge von euch lernen und hoffe, dass wir uns nächstes Jahr wieder alle auf dem Familienwochenende sehen werden.

Moritz Weiss


Alicia:

Womit kann ich hochbegabte Kinder begeistern, fesseln und faszinieren? Das fragte ich mich vor dem Familienwochenende. Immer wieder wurde ich darauf hingewiesen, dass es sein kann, dass die Kinder vielleicht schon alles wissen könnten, was ich vorbereiten würde. Deswegen hatte ich die Absicht mit den Sinnen der Kinder zu arbeiten und nicht ausschließlich mit dem Verstand.

Mit den Kleinsten tauchten wir in die Reise der 5 Sinne ein. Wir ertasteten Gemüsesorten, gruselten uns vor der Ananas in der Tastbox, schmeckten Ingwer, Apfel und Kohlrabi, rochen an Bourbon Vanille, hörten dem Rauschen von Linsen zu und entdeckten Granatapfel, Chili, Süßkartoffel und rote Bete. Das Schönste kam jedoch zum Schluss: Smoothies machen! Jedes Kind kreiert seinen eigenen Smoothie und alle durften probieren. Bei den ganz Mutigen verschwand sogar ein (!) Feldsalatblatt im Mixer!

  

„Backen mit Hefe“ fand unglaublich großen Anklang und wir teilten die Gruppe auf. Als erstes machten wir eine kleine Warenkunde, was vom selbstständigen Abwiegen der Lebensmittel gefolgt wurde. Egal ob 2 oder 10 Jahre alt, Junge oder Mädchen, alle waren voller Tatendrang dabei! Nach dem Abwiegen wurden alle Zutaten verknetet, wobei meistens mehr Teig an Händen klebte als auf dem Tisch. Dennoch wurde fleißig weiter geknetet bis alle eine Kugel geformt hatten. Während die Hefe schwer arbeitete und wuchs, spielten die Kinder bei dem tollen Wetter draußen. Nach einer kurzen Pause untersuchten wir unseren Teig und stellten begeistert fest, dass er tatsächlich aufgegangen war. Nun wurden Zöpfe geflochten, Igel entworfen und mit Sonnenblumenkernen gefüllte Bomben kreiert.

  

„Sushi“ – eine Kunst für sich! Die meisten Kinder waren tatsächlich unglaublich begeistert vom Sushi machen. Zuvor war ich sehr skeptisch, ob sie das überhaupt annehmen würden, da viele Kinder Neues ablehnen. Aber ich wurde enorm positiv überrascht. Ich musste sogar dreimal Reis nachkochen, da die Großen im Akkord rollten und alle Eltern mit Leckereien versorgten. Die ganz Schlauen bzw Fiesen versteckten Wasabi-Erbsen im Sushi als böse Überraschung!

Ich habe mich die letzten Jahre kaum mit meiner eigenen Hochbegabung beschäftigt. An diesem Wochenende fühlte sich alles so herrlich normal an, da ich endlich wieder einmal mit mitdenkenden Menschen zusammen war! Die Kinder sind sensibel, aufmerksam, lustig und aufgeweckt gewesen. Die Workshops haben mir wirklich viel Spaß gemacht, da die Kinder etwas Essbares mit ihren eigenen Händen geschaffen haben. Es war auch spannend sich mit den Eltern zu unterhalten, wie diese auch ihre eigene Hochbegabung wahrnehmen bzw.entdeckten.

Ich freue mich schon sehr im nächsten Jahr wieder dabei sein zu dürfen und spannende Diskussionen über Flugzeuge, Lagerfeuer und Comics zu führen!

Alicia Zahradnik