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Besuch bei der GSI 2003

Besuch bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt 2003

Am Donnerstag, dem 1.Mai bin ich zusammen mit meinem Vater und meiner Schwester zur GSI (Gesellschaft für Schwerionen-Forschung) gefahren. Die GSI ist ein Großforschungsinstitut mit Sitz in Darmstadt-Wixhausen.

Dort fanden wir gleich die Gruppe der DGhK, die zur GSI gehen sollte. Insgesamt waren wir ungefähr 20 Personen. Wir warteten ziemlich lange auf dem Parkplatz, dann wurden wir von Frau Dr. Schütt abgeholt. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der GSI. Wir gingen am Sicherheitsdienst vorbei in das Gebäude hinein und dort in einen Konferenzraum. Frau Dr. Schütt hat uns als Erstes eine Folie gezeigt, auf der man die GSI aus der Vogelperspektive sah. Unter dem Bild stand, wieviele Mitarbeiter, wieviele externe und interne Nutzer die GSI hat. Sie zeigte uns dann auf einer anderen Folie, wie Materie aufgebaut ist: Zuerst kommen die Moleküle, dann die Atome und dann die Elektronen. Die Forscher vermuten, dass es noch kleinere Teilchen gibt, die Quarks. Sie erklärte uns auch mit dieser Folie, was Ionen und was Schwerionen sind. Ionen sind Atome, die zuviel oder zuwenig Elektronen haben und daher elektrisch geladen sind. Schwerionen sind alle Ionen mit Ausnahme des Wasserstoff-Ions. Wir haben danach Fotos aus der GSI gesehen, u.a. auch welche, auf denen Sachen zu sehen sind, die aus Sicherheitsgründen im Moment eingepackt sind (Ionenquellen).

Nach diesen Erklärungen gingen wir in den Hauptkontrollraum. Das machten wir als Erstes, weil Frau Dr. Schütt dazu den Sicherheitsdienst brauchte. Dort standen viele Computer-Bildschirme. Im Hauptkontrollraum wird eigentlich alles der GSI gesteuert, also welche Experimente Ionenstrahlen bekommen, was für Ionen in den Ionenquellen hergestellt werden usw. Frau Dr. Schütt erzählte uns, dass die GSI einmal viel zu viel Strom gezogen hatte, so dass ein Papierwerk eine Ladung Papier wegwerfen konnten, weil sie keinen Strom hatten. Das gab Ärger für die GSI.

Danach gingen wir zu dem Linearbeschleuniger UNILAC. Ein Linearbeschleuniger ist wie ein riesiges Rohr mit einem Durchmesser von ca. 2 m und einer Länge von ca. 100 m. An einem Ende des UNILAC sind 2 Ionenquellen. Dort werden die Ionen erzeugt, die im Beschleuniger beschleunigt werden sollen. Die Ionen werden im Linearbeschleuniger UNILAC auf 10% der Lichtgeschwindigkeit gebracht.

Außerdem gibt es noch das Synchrotron SIS. Es ist rund, so können die Ionen im Kreis immer weiter beschleunigt werden. Die Magneten, die die Ionen auf ihrer Bahn halten, sind außen um das Strahlrohr und riesig groß. Die Ionen kommen aus dem UNILAC. Alle 3 Sekunden können aus dem Synchrotron Ionen mit 90% der Lichtgeschwindigkeit austreten. Am Anfang unserer Führung hat uns Frau Dr. Schütt schon ein Zukunfts-Projekt der GSI vorgestellt, in dem sie ein noch größeres Synchrotron bauen wollen. Dort sollen die Ionen bis fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Die GSI möchte mit diesem Projekt die Zahl der externen Nutzer erhöhen.

Wenn man ein Experiment an der GSI durchführen will, muss man einen Antrag stellen. Der wird dann von einer Gruppe von Mitarbeitern der GSI geprüft und angenommen oder abgelehnt. Man bekommt dann eine bestimmte Zeit Ionenstrahlen an sein Experiment geleitet und muss sehen, dass man das Experiment in dieser Zeit abschließen kann.

In der GSI werden auch Tumore behandelt. Sie werden mit Kohlenstoff-Ionen bestrahlt, die vorher beschleunigt wurden. Die Ionen treffen den Tumor sehr genau, die Eindringtiefe und damit die zerstörerische Kraft der Kohlenstoff-Ionen wird durch die Geschwindigkeit gesteuert. Deshalb wird sehr wenig gesundes Gewebe zerstört. Diese Behandlung zusammen mit der Uni-Klinik Heidelberg ist sehr erfolgreich. Bei allen 112 Patienten war der Tumor nach der Bestrahlung weg. In Heidelberg soll deshalb zusammen mit der GSI ein Synchrotron für diese Bestrahlung gebaut werden.

Mir hat der Besuch sehr gut gefallen. Ich habe viele Fragen gestellt und auf alle eine Antwort bekommen. Ich finde es toll, dass wir solche Führungen machen dürfen und danke Frau Dr. Schütt für den tollen Nachmittag!

Jens Gutermuth, 10 Jahre

 

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